>  Englisch
>  Kontakt



Inhalt



Ay-O
Regenbogeninstallation in Paris: Japan

«Ziel meiner Kunst war es, den Ausgangspunkt im eigenen Körper zu finden. Ich begann, meine künstlerische Tätikeit als eine Art Erkundung meiner Sinne zu betrachten. Dieser Ansatz führte mich zur «Finger-Arm-Body-Box» (berühren), weiter zu einer Arbeit, bei der Parfüm aus der Wand spritzt (riechen), zu einem Essensanlass (schmecken), zu Konzerten in der Carnegie Hall (hören), und dann in den 60er Jahren zu einer Serie von Regenbogen-Arbeiten (sehen). Seither steht dieses Phänomen im Mittelpunkt aller meiner Werke.»

 

Alberto Buenfil
Zeremonienmeister des vernetzten Zeitalters, Initiant der Regenbogenkarawane in Nord-, Zentral- & Südamerika

Alberto tritt noch einmal als 50-jähriger zur Reise an: die Regenbogen- karawane führt eine internationale Truppe seit 1996 von den USA aus durch Zentral- und Südamerika. Auf ihrer Reise wurden die «caravanistas» - bisher über 70 aus 15 Ländern - von den Maya, den Lenka, Cacaopera, Nahuatl, Bribri, Chorotega, den Kuna, Wayuu und Yukpa empfangen. Sie haben mit ihrem Austausch Freundschaften geknüpft, Anregungen, Hoffnung und Inspiration gebracht; sie haben die Botschaften, Lieder, Tänze und Er-zählungen dieser Volksgruppen aufgenommen, in ihre künstlerischen Darstellungen integriert und weitergegeben. Seit Beginn der Reise hat die Karawane auf ihren Stationen in Mexiko, Mittel- & Südamerika hunderte von öffentlichen Auftritten auf Plätzen, in Kirchen und in Gefängnissen, in Kulturzentren und Schulen, in Universitäten und Botschaften organisiert. Sie hat audiovisuelle Veranstaltungen, Kurse und Schwitzhütten-Zeremonien abgehalten, an Karnevalsumzügen und Friedensmärschen teilgenommen, Fernseh- und Radioprogramme angeregt. «Es ist mir in den letzten Jahren bewusst geworden, wie wichtig es ist, der nachfolgenden Generation unsere Erfahrungen und unser Wissen weiterzugeben. Wir besuchen, überall wo wir hinkommen, Schulen und versuchen, die Schüler zu inspirieren...»

«Ökodörfer sind heute eine sehr starke Bewegung. All diese Projekte sind national schon in regem Austausch. Nun sind wir daran, uns international zu verbinden. Wir wollen herausfinden, welche dieser Projekte erfolgversprechend sind, sodass wir beginnen können, Fonds zu etablieren, die diese Projekte finanzieren können. Ökodörfer sind die Form, zu der viele der ursprünglichen Regenbogen-Bewegungen und Gemeinschaften gereift sind. Sie werden eine zentrale Wohn- und Lebensform für das kommende Jahrtausend sein.»il & Rainbow Peace Caravan

 

Maralam
Peter Braschler - Interkulturelles Theater, Schweiz

«Wie entstand Maralam? Aus einem kleinen Projekt an der Schauspielschule, in dem wir unsere eigenen Erfahrungen einbringen mussten. Ich führte ein kleines Theater mit Flüchtlingen auf. Zufälligerweise war ein Caritas-Mitarbeiter anwesend; spontan schlug er vor, die Aufführung an anderen Orten zu wiederholen. So zum Scherz sagte ich: Nach vier Wochen rief er an und sagte mir einen Beitrag von 50000 Franken zu. So etwas hatte ich überhaupt nicht erwartet, nicht für möglich gehalten...

Ich ging zurück ins Flüchtlingszentrum, denn ich arbeitete noch an den Wochenenden dort, und suchte geeignete «Schauspieler». So begegnete ich Anton Ponrajah, einem Tamilen, mit dem ich bis heute zusammenarbeite. Er galt als schwarzes Schaf im Lager. Mit ihm und weiteren Laien, Schweizern und Tamilen, entstand die erste Produktion. Das war 1985 vollkommen neu.

Wir hatten ein «Vorauswissen», Erfahrung in der Begegnung mit «Fremden», die noch kein Allgemeingut war. Und durch das Mittel des Theaters konnten wir dieses Wissen transportieren. Wir waren der Auslöser für eine Auseinandersetzung. Das positive Echo auf diese Form des interkulturellen Theaters wurde durch eine sehr gute Kritik von Peter Meier im Tages Anzeiger ausgelöst. Innert zwei Tagen waren 25 Aufführungen gebucht. Ich glaube, wir hatten in jenem Jahr den dicksten Medienspiegel aller Theater in der Schweiz! Es war, als würden sich die Medien gegenseitig zu Berichten anregen.»

 

José Argüelles
Mythos von Quetzalcoatl - Mayakalender - Time is Art, USA

Es gibt unter den Mythen der Menschheit wohl keinen, der auf so klare Weise die Entwicklung der menschlichen Geschichte vorwegnimmt, wie der Mythos von Quetzalcoatl, der gefiederten Regenbogenschlange. Die symbolische Gestalt von Quetzalcoatl und seine Farbkodierung gehen auf eine Figur zurück, die an einer Seitenwand eines Pyramidentempels von Xochicalco in Mexiko gefunden wurde.

Die Bedeutung von Quetzalcoatl ist eine doppelte: Zum einen beschreibt die Geschichte das Wirken einer historischen Figur, die als Lehrer und Kulturbringer Zentralamerika durchwanderte. Zum andern steht Quetzalcoatl für ein mythisches Verständnis der gesamten Menschheitsgeschichte.

Der Name Quetzalcoatl besteht aus drei Teilen. Das Wort «Quetzal» bedeutet kostbares Grün, Vogel oder Feder, «co» ist der Oberbegriff für Schlange und das Wort «atl» heisst Wasser. Der Name be-deutet also: Die Federn des Vogels, der Kreatur, die das höchste Element bewohnt, sind mit dem Körper der Wasserschlange verbunden, einer Kreatur des niedrigsten Elements. Der Name steht für Verwirklichung: das Höchste und das Niedrigste in einem Körper vereint.

Die historische Figur Quetzalcoatl wirkte in verschiedenen Erscheinungen fast tausend Jahre nach Christi Geburt in Zentralamerika und lehrte auf seiner Wanderschaft. Den südamerikanischen Inka war er als Viracocha bekannt, unter dem Namen Itzamná gilt er als Begründer der Mayakultur, für die Maya von Yukatan hiess er Kukulcan, und die guatemaltekischen Maya nannten ihn Gugumatz. Heute ist er uns vor allem unter seinem aztekischen Namen bekannt. «Gefiederte Schlange» war ein Titel, der dem grossen Lehrer in ähnlicher Weise verliehen wurde, wie der Titel Christus - «der Gesalbte» an Joshua Bar Joseph, den jüdischen Tischler oder der Titel Buddha - «der Erleuchtete» an den jungen Hindu-Prinzen Siddharta Gautama.

 

Vom Bauwerk zum Baumwerk:
Der Auerworldpalast, Marcel Kalberer & Sanfte Strukturen, Deutschland

Als Beitrag zur «Kulturhauptstadt Europas Weimar 1999» entstand in Auerstedt das weltweit grösste Weidenbauwerk: der Auerworldpalast. Der aus örtlichen Ruten gebündelte Naturbau ist Veranstaltungs- und Kommunikationsort und bietet Platz für 800 Menschen. Der Palast wächst sprichwörtlich über sich hinaus: Die Tausenden von Weidenruten treiben Wurzeln und beginnen zu wachsen. Ihr Blätterwerk bildet ein von Jahr zu Jahr dichter werdendes Dach! Nach einigen Jahren wird die vorgegebene Form nur noch von Innen ersichtlich sein; von Aussen wird das Bauwerk zum Baumwerk gewachsen sein. Es wird sich immer weiter weg von der architektonischen Vorgabe hin zu einer eigenwilligen Naturform entwickeln.

Nicht nur der Palast, ein dreidimensionales Mandala, sondern auch seine Entstehung ist einmalig: Über 300 freiwillige HelferInnen aus vielen Ländern haben unter der Anleitung der Gruppe Sanfte Strukturen während einem Monat die Weiden gebunden, gepflanzt und in die kunstvolle Form gebogen. An Ostern 1998 konnte das Richtfest gefeiert werden. Konzerte, Tanzveranstaltungen, Vollmondfeste… sind angesagt. Ab 1999 kann das Weidenbauwerk auch von oben bestaunt werden: Ein Zeppelin wird von der nahen Anlegestelle aus Flüge anbieten, anlässlich der Expo 2000 in Hannover. Und wer seinen eigenen Weidenpalast bauen will, findet im Weidenbaubuch handfeste Anleitungen.

Weitere Informationen zu Marcel Kalberer & Sanfte Strukturen

 

Positive News
Kreative Vielfalt & Nachaltiges Wirtschaften, England

Positive News ist eine vierteljährlich erscheinende, englische Zeitschrift mit Artikeln über innovative und lebensfrohe Projekte aus aller Welt. Die Zeitschrift wird begleitet vom Magazin Living Lightly.

«Positive News versteht es auf einmalige Weise, Menschen aus vielen verschiedenen Hintergründen, Berufen und Altersgruppen zu verbinden. Es bestehen zum Beispiel viele weitgreifende Netzwerke, die sich auf ein spezielles Thema oder eine Philosophie konzentrieren. Wir möchten sie alle zusammenbringen. In Living Lightly geht es um Folgendes: das heitere Leben auf Erden, sich selber nicht zu ernst nehmen, das Leben mit eleganter Einfachheit leben, Schönheit anerkennen und befreien, unnötigen Ballast abwerfen und den Geist aufdecken, der allem innewohnt.» Shauna Crockett-Burrows, Herausgeberin

 

East meets West
Vajra Hotel in Kathmandu, Nepal

Nach der Devise East meets West treffen sich im Hotel Vajra seit 1980 Touristen, Künstler, Fotografen, Schriftsteller, Journalisten, Filmemacher, Entwicklungshelfer, Wissenschaftler, hinduistische Gelehrte, buddhistische Nonnen und Mönche, Diplomaten, Politiker, Umweltschützer und Bürgerrechtler aus Nepal und der ganzen Welt. Viele Gäste wohnen längere Zeit im Hotel, um an eigenen Projekten zu arbeiten. Im typischen nepalischen und tibetischen Stil gebaut und in der Nähe des Swayambhunath-Stupas gelegen, wurde das Hotel ganz auf Kommunikation angelegt. Das Konzept ging auf. Ein Teil der Attraktion sind die (Stamm-) Gäste selbst. Umweltverträglichkeit wurde von Anfang an konsequent beachtet.

Als Kulturzentrum bietet das Vajra - neben seiner ruhigen Lage, einem liebevoll gepflegten Garten und Dachterrassen mit herrlichen Ausblicken - ein breites Angebot: das Explorer Restaurant, ein beliebter Treffpunkt mit einer grossen Auswahl einheimischer und asiatischer Gerichte, eine Bar mit ausschliesslich nepalesischen Drinks, die Möglichkeit, sich nach ayurvedischen Erkenntnissen massieren zu lassen, eine Kunstgalerie mit laufenden Ausstellungen, die hauseigene, internationale Theatergruppe Studio 7, ein Institut für klassischen nepalischen Tanz und in loser Folge kulturelle Veranstaltungen. Sie finden auf den Dachterrassen oder in einem kunstvoll gestalteten Raum - über den Dächern von Kathmandu - statt. Im Hotel findet sich auch die Ecotechnics Research Library mit grundlegenden tibetischen und Sanskrit-Texten sowie Fachbüchern in europäischen Sprachen. Sie wird von Swami Dharmjyoti betreut, der selbst zeitweise im Vajra wohnt.

Weitere Informationen zum Vajra Hotel

 

Spiert Aviert
Forum der Jugend Europas, Schweiz

Spiert Aviert - Forum der Jugend Europas - wurde für die 700-Jahrfeier der Schweiz ins Leben gerufen. Seither treffen sich alle drei Jahre rund 300 Jugendliche aus europäischen Ländern im Engadin, um sich in Workshops mit ihrer Zukunft auseinanderzusetzen. Hier können Jugendliche, die nicht passive Opfer der Geschehnisse bleiben wollen, die Zukunft schon mitgestalten, bevor diese da ist - mit offenem Geist - in der rätoromanischen Sprache des Engadins: spiert aviert.

Während des Forums können die TeilnehmerInnen aus einem vielfältigen Workshopangebot auswählen: Rassismus, Klimaveränderung, Schmuck und Alltagsgegenstände aus Recyclingmaterial, Europapolitik, Wahrnehmungsschulung durch Videoaufzeichnungen, Sonnenenergie, Wege zu gewaltfreier Konfliktlösung, Kulturdrama mit Theaterspiel, Lebensvisionen mit Tanz, Musik und Spiel gestalten, Malen von Umbul Umbul Fahnen...

Die Umbul Umbul Fahnen werden als Gemeinschaftsprojekt von TeilnehmerInnen bemalt. Die Workshopleiter Thomas Bertschi und Paul Christ ermutigen die Jungen, in ihrem Land mit einer eigenen Idee oder Aktion aktiv zu werden und Fahnenmalen als Einstieg und visuellen Anziehungspunkt zu nutzen - sei dies für einen Kulturanlass, ein Quartierfest, eine Bürgerinitiative, eine interkulturelle Begegnung. So reisen zwanzig Fahnen mit TeilnehmerInnen in ihre Heimat! Sie gehen auf die Reise nach Bosnien, nach Kroatien, nach Polen, nach Russland, nach Slowenien, in die Türkei, nach Ungarn, nach Usbekistan, nach Italien, in die Slowakei, in die USA, nach Costa Rica, nach Esslingen in der Schweiz…